Russland zwingt die Ukraine in die Knie und erreicht eine Verdoppelung des Gaspreises. Problem der Ukraine: Fehlende Verhandlungsmacht aufgrund ihrer energetischen Abhängigkeit von Russland.
Gleichzeitig baut ein deutsch-russisches Konsortium eine direkte Gaspipeline durch die Ostsee, da Deutschland sein Klimaschutzziel nur mit viel (russischem) Erdgas erreichen kann. Fuel-Switch von Kohle zu Gas lautet die Zauberformel.
Dabei gilt: Gaspreis hoch = wenig Fuel-Switch => CO2-Preis hoch.
Weiterhin ist der Gaspreis ist an den Ölpreis gekoppelt, und der wird nach Ansicht der meisten Experten neue Rekordhöhen erreichen (siehe mein Beitrag vom 29.12.2005).
Dank der Energiepolitik der letzten Wirtschaftsminister liegt die Gas- und Stromversorgung in Deutschland in der Hand ein- und derselben Konzerne. Gegen deren Strombereiche ermittelt das Bundeskartellamt wegen des Verdachts, sich ungerechtfertigt mit Hilfe des Emissionshandels zu bereichern (vgl. Süddeutsche Zeitung vom 12.1.2006 und FAZ).
Bauen wir die Elemente zusammen:
Als Ökonom muss ich neidlos zugeben: Das ist geniales Management! Meine dringende Kaufempfehlung: Aktien der großen deutschen Energiekonzerne.
Als Bürger frage ich mich allerdings, wieso Bundesregierungen traditionell der Meinung zu sein scheinen, die Standortpolitik Deutschland beschränke sich auf das Wohlergehen des Energiesektors. Zur Erinnerung §1 des Energiewirtschaftsgesetzes: "Zweck des Gesetzes ist eine möglichst sichere, preisgünstige, verbraucherfreundliche, effiziente und umweltverträgliche leitungsgebundene Versorgung der Allgemeinheit mit Elektrizität und Gas."